Cortisol die Diätbremse

CORTISOL die Diätbremse

Warum ein zu hoher Cortisolspiegel das Abnehmen blockiert

Warum blockiert ein zu hoher Cortisolspiegel das Abnehmen? Was sind die Zeichen für eine zu hohe Cortisolausschüttung im Körper? Welchen Einfluss hat die Trainingsintensität und Dauer auf den Cortisolspiegel und was kann man bei erhöhtem Cortisolspiegel tun um ihn zu senken?  Diese und weitere Fragen beantwortet uns Dr. Ballauff, Fitness- und Ernährungsexpertin, Biochemikerin und Leiterin der „besser drauf“ Studios in Hamburg.

Tatjana Ballauf

  1. Frau Ballauf, viele wissen gar nicht, was Cortisol ist – können Sie es einem Laien erklären?

Das wichtigste Anti-Stress-Hormon des Körpers ist das Cortisol. Cortisol ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Cortisol schützt den Körper vor den negativen Folgen von starkem Stress und sorgt für eine sinnvolle Anpassung an aktuelle Umweltbedingungen. Ohne Cortisol wäre der Mensch nicht lebensfähig. Der Arzt kann die Cortisolkonzentration im Blutserum, im Urin oder auch im Speichel messen. Cortisol ist zu verschiedenen Tageszeiten in unterschiedlichen Mengen im Blut vorhanden, wobei die Konzentration zwischen sechs und acht Uhr morgens am höchsten ist, während sie gegen Mitternacht ihren Tiefpunkt erreicht. Cortisol hat unter anderem Einfluss auf den Blutzucker, den Fettstoffwechsel, verzögert die Wasserausscheidung und wirkt entzündungshemmend.

  1. Was passiert wenn der Körper zu viel Cortisol ausschüttet? Setzt er Fett anstelle von Muskeln an?

Bei dauerhaft hohem Cortisolspiegel werden vermehrt Fettsäuren aus den Fettzellen freigesetzt. Werden die überschüssigen Fettsäuren jedoch nicht durch vernünftige körperliche Anstrengung verbraucht, werden diese wieder im Fettgewebe eingelagert. Aufgrund hoher Blutzuckerspiegel und Insulinresistenz wird Glukose wieder vermehrt in die Fettzellen transportiert und in Fett umgewandelt. Das führt in der Summe und auf Dauer zur Verfettung. Ein dauerhaft hoher Cortisolspiegel fördert zudem den Proteinabbau und den Verlust an Muskelmasse. Das führt langfristig zur Auszehrung, sofern dieser Prozess nicht durch Verfettung überdeckt wird.

 

 

  1. Was ist der Grund für erhöhte Cortisol-Ausschüttung?

Die Cortisolausschüttung ist maßgeblich von unserer Lebensweise abhängig. Sie wird gefördert durch eine Ernährung mit viel Zucker und Stärke, durch Kaffee und Tee, durch Alltagsstress, Angst und Sorgen, durch Lärm, naturwidriges Kunstlicht (Leuchtstoff- und Energiesparlampen), zu viel Sport und Training sowie Mangel an Schlaf, Ruhe und Erholung. Entscheidend ist, wie sich der Stress auswirkt und wie er subjektiv empfunden wird. Gesunde Menschen ertragen hohe Belastungen, ohne dass sich der Cortisolspiegel zu sehr erhöht. Bei anfälligen Menschen führt Stress leicht zu Krisen, ja mitunter sogar zum Zusammenbruch. Magnesiummangel erhöht die Stressempfindlichkeit. Bei Stress wird vermehrt Magnesium über den Urin ausgeschieden, wodurch sich die Stressempfindlichkeit erhöht – ein Teufelskreis, der ab einem kritischen Stadium nur noch schwer zu durchbrechen ist, selbst wenn Magnesium eingenommen wird. Hohe Dosen werden dann größtenteils wieder ausgeschieden.

  1. Kommt erhöhte Cortisolausschüttung nur durch physischen oder auch psychischen Stress?

Stress kann durch starke körperliche Beanspruchung als auch durch geistige Belastungssituationen hervorgerufen werden. Je stärker der Stress und je länger er anhält, desto schlimmer sind die Folgen.

  1. Es gibt adipöse Frauen, die treiben regelmäßig Sport und essen tagsüber vielleicht nur einen Apfel oder Brötchen und nehmen einfach nicht ab. Welche Rolle spielt Cortisol in diesem Fall?

In jeder Diät ist auch automatisch der Cortisolspiegel durch das Kaloriendefizit erhöht. Daher sollte eine Diät richtig und durchdacht geführt werden. Die richtigen Mikro und Makronährstoffe zu wählen und sich ausgewogen zu ernähren ist sehr wichtig.

  1. Woran merkt man, dass der Körrper dieses Hormon im Überfluss produziert?

Wenn man sich ängstlich und dauergestresst fühlt oder eine Neigung zum Zunehmen entdeckt, können das Symptome eines erhöhten Cortisolspiegels sein. Eine dauerhafter Überschuss an Cortisol bewirkt eine erhebliche Zunahme des inneren Bauchfettes, Arme und Beine bleiben jedoch schlank.

  1. Was kann man dagegen tun?

Damit man keine Gesundheitsprobleme durch das Cortisol bekommt, sollte man langfristig Dauerstress vermeide. Doch in der heutigen Welt geht das meistens nicht von heute auf morgen. Daher sollte man darauf achten, dass man sich kurz nach einer Stress-Situation intensiv bewegt. Nach einem Termin mit dem Chef oder dem Anruf eines wütenden Kunden sollte man also eine intensive Bewegungseinheit einlegen. Das kann ein kurzer Lauf durch den Park sein, mehrmaliges Treppenhaus-Besteigen oder ein Tanz, Hauptsache man bewegt sich kräftig. Dann kann sich der Körper austoben und die Hormonsituation beruhigt sich wieder. Anschließend ist man entspannt und zufrieden und kann auch wieder klar denken.

  1. Viele Frauen trainieren viel zu lange und merken nicht, wann es genug sein sollte. Haben Sie für solche Fälle einen etwaigen Richtwert für Zeit und Trainingsintensität an den man sich halten kann?

Während des Trainings steigt der Cortisolwert mit jeder Minute an, demnach ist der Cortisolspiegel am Ende einer Trainingseinheit am Höchsten. Umso länger die Trainingseinheit dauert, umso höher steigt der Cortisolspiegel. Deshalb macht es Sinn, Trainingseinheiten kurz und intensiv zu gestalten. Trainingseinheiten zwischen 30 und 60 Minuten sind ein guter Richtwert. Genauso wichtig ist es auch, dem Körper die nötige Regenerationszeit nach dem Training zu geben. Wer drei Tage hintereinander trainiert, der hat nicht nur einen dauerhaft hohen Cortisolspiegel, sondern der wird auch keine Muskeln aufbauen. Eine Regenerationszeit von 24-72 Stunden wird empfohlen, dann können die Muskeln wachsen und der Cortisolspiegel sich senken.

Zu beachten ist hier, dass bei älteren Personen der Cortisolwert im Blut schneller steigt. Das ist auch der Grund, warum eine junge Person längere Belastungen leichter aushalten kann als eine ältere Person. Als Faustregel kann man hierzu folgende Richtwerte beachten: alle zehn Jahre sollte die Trainingsdauer pro Trainingseinheit um 10 Minuten gesenkt werden:

  • 60 Min. zwischen 15-25 Jahren
  • 50 Min. zwischen 25-35 Jahren
  • 40 Min. zwischen 35-45 Jahren
  • 30 Min. zwischen 45-55 Jahren usw….
  1. Wenn man es erstmal übertrieben hat und der Körper im katabolen (Muskelabbauendem) Zustand ist, wie kommt man wieder raus?

Auf gesunde Lebensweise achten (ausreichend Schlaf, Sporteinheiten in der freien Natur), ggf. das Trainingspensum im Fitness-Studio drosseln, täglichen Stress minimieren sowie auf eine ausgewogene Ernährung achten.

  1. Gibt es irgendwelche Tricks in Sachen Ernährung, die Cortisol-senkend wirken?

Am besten sollte man alle koffeinhaltigen Getränke weglassen. Dazu gehört Limonade, Energiegetränke, und Kaffee. Koffein führt zu einer erhöhten Cortisol-Ausschüttung. Ausserdem sollte man raffinierten Kohlehydrate weglassen wie Weißbrot, „normale“ Pasta (kein Vollkorn), weißer Reis sowie Süßwaren. Wichtig ist, genügend Wasser zu trinken. Eine Studie hat erwiesen, dass nur ein halber Liter Dehydrierung den Cortisolspiegel erhöhen kann. Dehydrierung ist problematisch, weil es ein Teufelskreis ist: Stress kann zu Dehydrierung führen, und Dehydrierung kann Stress auslösen.

  1. Welche Medikamente wirken Cortisol-senkend?

Zunächst sollten die Ursachen erhöhter Cortisolbelastung vermieden werden. Zur Senkung des Cortisolspiegels sind Ruhe, Erholung und ausreichend Schlaf unerlässlich. Darüber hinaus hilft Bewegung, sofern diese nicht in Stress ausartet. Ganz wichtig sind Sonnenschein und helles Tageslicht. Bei Stress erholt man sich am besten im Freien. Besonders hilfreich sind Sonnenbäder, denn Sonnenstrahlung hat eine enorm beruhigende Wirkung: Der Cortisolspiegel wird umgehend gesenkt und die Bildung von Testosteron angeregt.

Als Hausmittel zum Senken des Cortisolspiegels ist Rhodiola zu empfehlen. Rhodiola ist ein mit Ginseng verwandtes Heilkraut. Es erhöht die Energie und hilft, Fett zu verbrennen und senkt den Cortisolspiegel.

  1. Sportübungen, die senkend wirken?

Kraft- und Ausdauertraining haben positive Effekte auf die Gesundheit. Das Training selbst ist allerdings stets mit Stress verbunden, der negativ zu Buche schlägt. Es kommt darauf an, die positiven Effekte des Trainings zu nutzen und die Stressbelastung dabei gering zu halten. Für Kraft und Ausdauer heißt das: Kurz und intensiv trainieren sowie ausreichend lange Ruhezeiten bis zum erneuten Training einhalten. Die Zunahme der Kraft und Ausdauer erfolgt in der Ruhephase nach dem Training bei niedrigem Cortisolspiegel. Zu empfehlen bei hohem Cortisolspiegel ist ein adaptives Training wie Yoga oder Pilates. Hier werden Kalorien verbrannt und der Cortisolspiegel gesenkt.

Vielen Dank für das Interview

Quelle: http://strong-magazine.com/cortisol-warum-ein-zu-hoher-cortisolspiegel-das-abnehmen-blockiert/


Hier einige weitere Informationen aus dem Internet hinsichtlich Cortisol. 
Cortisol ist ein wichtiges Hormon welches von den Nebennieren produziert wird und folgende Funktionen hat:

Für angemessenen Glucose Stoffwechsel Regulierung des Blutdrucks Freisetzung des Insulins für die Aufrechterhaltung des Blutzuckers Immunfunktion Entzündungsreaktionen

In der Regel ist der Spiegel in der früh höher und am abend niedriger. Obwohl Streß nicht der einzige Grund ist dass Cortisol in die Blutbahn gelangt wird es als Streßhormon bezeichnet weil es speziell im Kampf Flucht verhalten für bestimmte streßbedingte Veränderungen im Körper zuständig ist. Kleine Cortisolspiegel-erhöhungen können oft gut sein.

Erhöht die Abwehrkraft des Immunsystems Stärkt die Erinnerungskraft Weniger Schmerzempfindlichkeit Unterstützt die Selbstheilungskräfte im Körper

So wichtig das Cortisol ist ist es aber auch notwendig dass sich der Körper entspannt und nicht immer unter Streß bei dem laufend Cortisol produziert wird. In unserer heutigen Streßkultur ist aber genau das meistens nicht mehr möglich. Die Menschen stehen laufend unter Hochdruck. Höhere und längere Cortisolspiegel im Blut bei Menschen mit chronischen Streß haben folgende negative Erscheinungen hervorgebracht.

– reduziert die Wahrnehmungsfähigkeit – Unterdrückt die Schilddrüsenfunktion – Schafft Ungleichgewichte im Blutzucker – Vermindert die Knochendichte – Schwächt das Muskelgewebe – Erhöht den Blutdruck – Vermindert die Immunkraft und Entzündungsreaktionen im Körper und  verlangsamt die Wundheilung und verursacht dadurch andere gesundheitlichen Folgen – Erhöhte den Bauchfettgehalt und dadurch Zunahme von vielen gesundheitlichen Problemen wie erhöhte Gefahr von Herzinfarkt, Schlaganfall, metabolische Disfunktion, Erhöhung des schlechten Cholesterins LDL und Reduktion des guten Cholesterins HDL. – die mit einer größeren Menge von gesundheitlichen Problemen als Fett in andere Bereiche des Körpers aufgebracht zugeordnet ist. Einige der gesundheitlichen Probleme mit erhöhtem Bauchfett verbunden sind Herzinfarkte, Schlaganfälle, die Entwicklung des metabolischen Syndroms, höhere Ebenen des „schlechten“ Cholesterins (LDL) und unteren Ebenen der „gute“ Cholesterin (HDL).

Quelle: http://stress.about.com/od/stresshealth/a/cortisol.htm